Seit 1. Mai 2014 gilt die EnEV 2014. Sie löst die EnEV 2009 ab und setzt hauptsächlich Forderungen der EU-Richtlinie für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden um.Vor allem für Neubauten ergeben sich Verschärfungen. Aber auch Besitzer älterer Gebäude müssen einige neue Regelungen beachten. Die wesentlichen Änderungen der EnEV 2014:

 

NEUBAU

  • Ab dem 01.01.2016 wird bei neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäuden der zulässige Wert für die Gesamtenergieeffizienz (Jahres-Primärenergiebedarf) bezogen auf das Referenzgebäude der EnEV um 25% gesenkt werden. Mit welchen Maßnahmen (Wärmedämmung, bessere Anlagentechnik etc.) diese Einsparung von 25% realisiert wird, bleibt den Planern überlassen. Mit einer modernen Wärmedämmung ist zum Beispiel eine Verbesserung des Wärmeschutzes von etwa 20% möglich.
  • Ab 2021 gilt dann für alle Neubauten der von der EU festgelegte Niedrigstenergie-Gebäudestandard. Die dafür gültigen Richtwerte sollen bis Ende 2018 öffentlich bekanntgegeben werden.

 

BESTAND

  • Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 01.01.1985 eingebaut worden sind, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden.
  • Auch Öl- und Gasheizungen, die nach dem 01.01.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren ersetzt werden.
  • Es gelten allerdings einige Ausnahmen. So sind etwa Niedertemperatur- und Brennwertkessel von der Austauschpflicht ausgenommen. Auch Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die am Stichtag 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, sind von der Verpflichtung befreit. Im Falle eines Eigentümerwechsels muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren erfüllen.
  • Zugängliche oberste Geschossdecken, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen bis Ende 2015 gedämmt sein (U-Wert nicht größer als 0,24 W/(m2•K). Gemeint sind Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss angrenzen. Die Forderung gilt auch als erfüllt, wenn das Dach darüber gedämmt ist oder den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes entspricht. Ausnahmen gelten ebenfalls, wenn die Hausbesitzer zum Stichtag 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.

 

ENERGIEAUSWEIS

  • Der Energieausweis bekommt mehr Gewicht. Mit dem Inkrafttreten der EnEV 2014 müssen Energieausweise bei der Besichtigung von Immobilien vorgelegt und bei Verkauf oder Vermietung übergeben werden.
  • Die wichtigsten energetischen Kennwerte aus dem Energieausweis müssen außerdem schon in der Immobilienanzeige genannt werden, zum Beispiel der durchschnittliche Endenergiebedarf des Gebäudes. Diese Regelung tritt erst ab dem 1. Mai 2015 in Kraft, so dass alle Beteiligten ausreichend Zeit haben sich auf die neuen Anforderungen einzustellen.
  • Bei neu ausgestellten Energieausweisen werden die energetischen Kennwerte sowohl in der bekannten Skala von grün bis rot abgebildet als auch in Form von sogenannten Effizienzklassen  wie bei der Kennzeichnung von Elektro- und Haushaltsgeräten. Die Skala reicht hier von A+ (niedriger Energiebedarf) bis H (hoher Energiebedarf).
  • Bereits vorliegende Energieausweise ohne Angabe von Effizienzklassen behalten ihre Gültigkeit.
  • Die Aushangpflicht für Energieausweise in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr gilt nun bereits ab Gebäudenutzflächen von 500 m2. Dieser Wert verringert sich ab dem 08.07.2015 nochmals auf 250 qm Nutzfläche.
  • Es werden stichprobenhafte Kontrollen der ausgestellten Energieausweise und der Inspektionsberichte für Klimaanlagen durchgeführt. Dafür erhält jeder Ausweis bzw. Inspektionsbericht eine Registriernummer, die bei der zuständigen Behörde zu beantragen ist.

 

BUSSGELDER

  • Nach §27 der EnEV 2014 werden bei Missachtung der Vorgaben Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt. Diese Bußgelder werden u.a. fällig, wenn die Nachrüstverpflichtungen der EnEV nicht beachtet werden. Zu diesen Verpflichtungen gehören der Austausch alter Heizungen, die Dämmung von bisher ungedämmten Rohrleitungen im kalten Keller oder die Nachrüstpflicht bei der Dachbodendämmung.
  • Auch in Bezug auf den Energieausweis wurden Bußgelder festgelegt. Hier sind folgende Punkte zu beachten: Der Energieausweis muss rechtzeitig und vollständig schon bei der ersten Besichtigung vorgelegt und dem neuen Mieter oder Käufer ausgehändigt werden. Zudem müssen die Energiekennwerte aus dem Energieausweis auch in Immobilienanzeigen veröffentlicht werden.
  • Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld in Höhe von 15.000 Euro. Das gilt auch für Fälle, in denen Hausbesitzer dem Energieberater falsche Daten für die Erstellung des Energieausweises zur Verfügung stellen.

 

SONSTIGES

  • Die neue EnEV gilt auch für Ferienhäuser, wenn der zu erwartende Energieverbrauch mehr als 25% des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung entspricht.
  • Strom aus erneuerbaren Energien wird angerechnet, wenn er unmittelbar im räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude erzeugt und unmittelbar nach der Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt wird.
  • Die Anforderungen an die Dichtheit des Gebäudes wurden klarer definiert und umschließen jetzt das gesamte Gebäude.
  • Bei Wohngebäuden bis zu bestimmten Größen, die ohne Kühlung geplant werden, ist ein vereinfachter Nachweis über ein Modellverfahren (EnEV easy) möglich. Dabei müssen die U-Werte der Vorgabe entsprechen, die abhängig von der gewählten Anlagentechnik ist.
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